Radreise Tansania 2016
Datum Route Kilometer Höhenmeter
01.08.2016 Anreise Frankfurt- Addis Abbeba -Kilimanjaro Airport    
02.08.2016

Moshi

Frühstück mit Gaby im Cafe Kilimanjaro. Sie hat auch schon einige Touren bei Michael gemacht. und erzählt von ihren Erlebnissen in Madagaskar. Rührei mit Toast und leckerem Cappuccino. Anschließend Stadtbummel durch Moshi. Der Zentralmarkt wirkt sauber und gut sortiert. Die Fleischer arbeiten sogar in gekachelten Räumen. Über eine unbefestigte Nebenstraße laufen wir zu einem lokalen Markt. Hier läuft es dann doch authentischer ab! Frauen in bunten Tüchern bieten auf Decken ihre Waren an. Ein Typ hat auf den Gepäckträger seines Fahrrads eine Schleifmaschine installiert. Nun sitzt er verkehrt herum auf dem Sattel und schleift fleißig Messer und Scheren. Wir bahnen uns durch das Labyrinth aus aneinandergereihten Holzverschlägen. Babys schlafen auf Bergen von Orangen. Die Menschen sind freundlich und wir kaufen etwas Obst. Etwas abseits in einem Hinterhof zerkleinern Männer Brennholz und bündeln dieses. Als Dank für ein Foto schenken wir den Holzarbeitern unsere erworbenen Orangen. Es folgt ein lautes Gelächter. Im Anschluss nehmen wir auf einer Dachterrasse ein warme Cola und genießen die seichte Brise. Leider zeigt sich der Gipfel des Kilis heute nicht. Gaby erzählt von ihrer Tageswanderung an den Hängen des Berges am Vortag. Im Hotel treffen wir den Rest der Reisegruppe. Den Nachmittag verbringen wir im schattigen Innenhof des Cafe Kilimanjaros. Abends gehen wir in ein Restaurant und Abdul und Jens geben uns einige Informationen zur Route.

   
03.08.2016

Moshi- Nyumbaya Mungu (House of God)

Um 7.30Uhr holt uns Jan mit dem Minibus ab und fährt uns zu einem einfachen Frühstücksrestaurant. Das Restaurant ist jede Nacht bis 5Uhr eine der angesagtesten Tanzlocations der Stadt. Wer hätte das gedacht?! Rote Coca-Cola Plastikstühle so weit das Auge reicht...Nach dem Frühstück beladen wir die Räder und kaufen noch etwas Proviant ein. Dann 20 km auf einer Teerstraße aus der Stadt raus. Durch eine Allee von Flammenbäumen. Linke Hand weite Zuckerrohrplantagen. Nach 25km erreichen wir einen größeren Ort und trinken im Schatten eines Baumes eine Cola und nehmen einige der Plastikstühle im Beschlag. Auf den chinesischen Fahrrädern werden Waren hin und her gefahren. In der Betriebskantine der Zuckerfabrik nehmen wir ein nahrhaftes Mittagessen (Reis mit Bohnen) zu uns. Die Fabrikarbeiter beobachten den plötzlichen 'Überfall' etwas skeptisch. Im Anschluss biegen wir links ab auf eine einfache sandige Piste. Immer wieder müssen wir schieben, da der Sand zu tief wird. Links uns rechts der Piste kleine Massaidörfer. Kinder winken uns freundlich zu. Es ist staubig und heiß. Nach anstrengenden 15 km kommen wir an einem kleinen Shop vorbei und trinken warme Cola. Die Massai Kinder umringen uns neugierig, ein älterer Massai kommt dazu und begrüßt uns freundlich. Wir verabschieden uns und folgen weiter der winzigen Piste, die sich kreuz und quer durch die trockene Halbwüstenlandschaft windet. Baobabs und Schirmakazien entlang der Strecke. Kaum ein Auto verliert sich auf diese Sandpiste. Allmählich wird es steiniger und wir erreichen die Ausläufer eines Sees. Menschen waschen ihre Kleidung in dem seichten Uferwasser. Die Piste folgt einer weiten ebenen Graslandschaft im Uferbereich. Viehherden werden von jungen Massais getrieben. Unsere Gruppe durchquert einen Seitenarm des Sees und einige Kinder aus einem nahegelegen Dorf helfen uns die schwer bepackten Räder die steile Böschung hinauf zu schieben. Gegen 18Uhr begleitet uns ein wunderschöner farbenfroher Sonnenuntergang. Innerhalb weniger Minuten wird es dunkel und wir verlieren die Orientierung in der weiten Buschlandschaft. Die Sterne funkeln über uns! Glücklicherweise hilft uns ein Motorradfahrer den richtigen Pfad zu finden und so erreichen wir gegen 20.30Uhr endlich den stockfinsteren Ort. Die einfache Unterkunft zeigt sich authentisch afrikanisch. Glücklicherweise gibt es jedoch fließendes kaltes Wasser und wir können den Lateritstaub von unseren Beinen waschen. Zum Abendessen organisiert Abdul Kartoffelomelett aus der Plastiktüte. Dazu gibt es kaltes Safari-Bier!

75km  
04.08.2016

Nyumbaya – Same

Nach früh morgendlicher Fahrradschlauchpflege radeln wir zurück ins Dorf und kehren zum Frühstück ein. Rote Plastiktischdecken und rote Plastikstühle. Wir bekommen frisches Chapati und frisch frittierte Mutzen. Nach dem eher trockenen Frühstück radeln wir zurück zum Hotel und verladen die Räder auf die viel zu kleine Ladefläche eines alten Pickup-Trucks. Einige Räder müssen am Kotflügel des Trucks angebunden werden. Der Fahrer sorgt sich jedoch lautstark um den kaum noch vorhandenen Lack seines Fahrzeugs. Welcome to Africa!! Wir finden 'Platz' in einem total überladenem lokalen Minibus. Über eine holprige Schotterpiste fahren wir bis zur Kreuzung zur Hauptstraße nach Daressalam. Beim Abladen der Räder werden wir von einer Gruppe junger Motorradfahrer genaustens beobachtet. Wir winken ihnen freundlich zu und genießen das Radeln auf Asphalt. Links von uns zeigen sich die Ausläufer der Pare-Berge. Rechts von uns immer wieder weite Ausblicke in die Steppenlandschaft. Schulkinder in Uniform winken uns vom Straßenrand freundlich zu. Mittags machen wir Halt in einem einfachen Straßenrestaurant und bekommen eine großzügige Portion Reis mit Bohnen. Mir fällt auf, dass wir hier viel weniger bedrängt werden als auf der Radtour in Äthiopien. Ein älterer Mann erzählt mir, dass man im Dorf sehr dankbar für den Bau der Kirche durch die deutschen Siedler sei. Einige betrunkene Massais trinken billigen Gin aus Plastikbeuteln. Gegen 17 Uhr erreichen wir ein überraschend modernes Hotel und zum Abendessen gibt es wunderbares Curry.

40km  
05.08.2016

Same – Gonja

Um 6.30Uhr Frühstück. Toast mit Plastikmarmelade und Afri-Kaffee. Um 7.30Uhr verlassen wir die Asphaltstraße und radeln durch den Ort. Die Wolken hängen noch tief über den Berghängen. Eine hübsche Afrikanerin in einem grünen Kleid lehnt verträumt an die Wand ihres Shops und freut sich uns zu sehen. Wir kaufen noch etwas Proviant und biegen dann links ab in Richtung Berge. Die Strecke ist abwechslungsreich und mittags machen wir Pause in dem kleinen Ort Kiswani und essen Chapati. Es ist viel los denn es ist Markttag. Frauen in bunten Kleidern tragen Waren in Richtung Markt. Pickup-Trucks werden mit Waren beladen. Nach dem Essen radeln wir weiter zum Marktplatz. Unser Räder finden Platz im Schatten eines Baumes und zwei Polizisten übernehmen gegen ein kleines Trinkgeld die Bewachung. Der Markt bietet eine Vielzahl an authentischen Eindrücken. Die Marktfrauen sitzen in bunten Kleidern auf dem Boden und haben ihre Waren ausgebreitet. Kinder laufen wild umher und spielen fangen. Stark riechender getrockneter Fisch liegt in der prallen Mittagshitze. Die neusten afrikanischen Beats werden auf selbst gebrannten CDs angeboten. Nach dem Rundgang kehren wir auf die Lateritpiste zurück. Links von uns liegt das Mkomazi Reservat und rechts die Bergkette der Pare-Berge. Es geht an einem liegengebliebenen Bus vorbei.Die Fahrgäste warten seelenruhig in der prallen Sonne und winken uns freundlich zu. Ein beeindruckendes Beispiel für den ostafrikanischen Umgang mit Zeit! Baobabbäume säumen die rotbraune karge und trockene Lateritlandschaft. Es geht vorbei an einer Ziegelbrennerei. Immer wieder ziehen kleine Jungs auf überdimensionierten chinesischen Fahrrädern mit leuchtend gelben Wasserkanistern an uns vorbei. Gegen 17Uhr erreichen wir die Safari-Lodge. Sie liegt hoch über dem Reservat und bietet von der Terrasse aus einen atemberaubenden Blick über die weite Landschaft. Ein älterer Herr gesellt sich zu uns und erzählt von seinen drei Frauen und 26 Kindern...Den restlichen Abend verbringen wir auf der Terrasse und Jens gibt uns einen Einblick in das Malen von Bäumen.

55 km  
06.08.2016

Gonja – Mnazi

Zum Frühstück gibt es zur Abwechslung Omlette und Afri-Kaffee. Anschließend durch das morgendliche Gonya auf asphaltierter Strecke. Gelbe Wasserkanister werden befüllt und mit Fahrrädern und Motortaxis abtransportiert. Schöne Baobaballee entlang der Straße, im Hintergrund weite Sisalfelder. Bauern mit Hacken auf den Schultern laufen zu ihren Feldern und grüßen uns freundlich. Rechts die Bergkette der Pare. Palmen wehen im Wind. Die Vegetation wird zunehmend grüner und tropischer. In der Ferne ist der Kalmave See zu sehen. Die Asphaltstraße geht in eine sandige Piste über und wir schlängeln uns durch eine dornige Buschlandschaft. Tobias hat zwei Platten innerhalb weniger Minuten. Gegen 11Uhr erreichen wir das Gelände einer kleinen Privatschule. Der Schulleiter bietet uns in sein Büro und wir dürfen auf den durchgesessenen Sofas Platz nehmen. Der Direktor erzählt, dass der Schulbesuch 500$ pro Jahr kostet. Für viele Familien ist dies kaum bezahlbar. Im Anschluss besuchen wir eine Klasse und die Kinder stehen in Reih und Glied während der Schulleiter einen Monolog, über die Bedeutung von sportlicher Betätigung für die Charakterentwicklung aufweist, hält. Nach einer kurzen recht zurückhaltenden Fragerunde schwingen wir uns wieder auf die Räder und folgen ab jetzt einem Bewässerungskanal. Riesige Erosionsrinnen im rotbraunen Lateritboden zeugen von starken Niederschlägen. Nach einigen Kilometern erreichen wir einen Dammweg. Rechts von uns zeigen sich weite Reisfelder. Der Wind ist angenehm frisch und spielt mit den Palmenblättern. In den Nassreisfeldern sind einige Leute bei der Reiseernte und staunen als wir plötzlich an ihnen vorbei radeln. Mittags erreichen wir ein kleines in der Steppe gelegenes Massaidorf aus einfachen Lehmhütten. Viele der Häuser sind notdürftig mit alten Plastiktüten überdeckt worden. Staub weht über den verlassenen Dorfplatz. Wir kehren in ein, aus Ästen geflochtenes Restaurant, ein und nehmen auf den kleinen Holzbänken platz. Die Dorfbewohner staunen über den plötzlichen Überfall. Scharen von Kindern gruppieren sich im Eingangsbereich der Hütte. Auf Plastiktellern serviert man uns eine riesige Portion Reis und Bohnen. Hühner laufen umher und picken nach herunter gefallenen Reiskörnern. Nach dem Mittagessen setzen wir unsere Fahrt auf einer sehr schwierigen Sandpiste fort. Ständig sind wir gezwungen abzusteigen und zu schieben. Dornenbusch soweit das Auge reicht. Nach etwa 40km erreichen wir den Abzweig auf die Wellblechpiste und ab hier geht es deutlich flotter voran. Am späten Nachmittag erreichen wir Mnazi und finden schnell das sehr einfache Mbutu Guest House. Glücklicherweise gibt es ausreichend Wasser in den Eimern und wir können uns den Staub vom Körper waschen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir auf dem Innenhof des Guest Houses. Zum Abendessen kehren wir in ein einfaches Hüttenrestaurant ein. Plastikschüssel dominieren die Tischdekoration. Man serviert uns Kartoffelomelett mit Ketchup. Draußen laufen afrikanische Beats und die Dorfbewohner sind in samstäglicher Feierstimmung. Leider finden die meisten von uns nur wenig Schlaf, da ständig neue Buspassagiere ankommen und unsere sanitären Anlagen nutzen.

65km  
07.08.2016

Mnazi – Mambo Cliff

Nach Chapati und süßem Ingwertee radeln wir zurück zum Abzweig zur Piste. Das Schild warnt: “Nur für Allradfahrzeuge“. Es geht querfeldein durch den Busch. Staubige Lateritpiste. Allmählich steigt die Piste an und wir bekommen einen Eindruck über den steilen Aufstieg in die Usambara Berge. Am Rande des Gebirges machen wir eine längere Pause und warten etwa eine Stunde auf die bestellten Jeeps. Wir packen die Räder auf die Dächer der Wagen und die Mädels laufen schon mal los. Dann rumpelt der Jeep langsam den Berg hinauf. 20 Prozent Steigung und blanker Fels. Nach etwa 20km erreichen wir eine einfache Teestube, wo wir Bananen und Teiggebäck bekommen. Wunderbare Ausblicke auf die auf den Kämmen liegenden Bergdörfer. Die Jeeps fahren uns weiter bis zum Mambocliff-Inn. Dort beziehen wir geschmackvolle Bungalows mit einem beeindruckenden Ausblick auf die steile Felswand. Etwa 1000 Meter unter uns befindet sich die weite Savannenlandschaft. “Simply Breathtaking!!!“ Der weite Blick lässt uns die zurückgelegte Strecke bestaunen. Abends macht sich die Höhenlage bemerkbar und wir sind froh über das wärmende Lagerfeuer. Die Anlage verfügt nur über Solarstrom und daher dürfen wir das Abendessen bei Kerzenschein zu uns nehmen.

10km  
08.08.2016

Ruhetag Mambo Cliff

Es ist unangenehm kühl aber der Ausblick erinnert an Bilder von Casper David Friedrich. Einzelne Felsteile ragen aus dem Wolkenmeer heraus. Nach dem Frühstück gibt Jens einen Einstieg in das Zeichnen von Menschen und Figuren.

   
09.08.2016

Mambo- Malindi

Gegen 9:30 Uhr verlassen wir die Unterkunft bei Nieselregen und bahnen uns den Weg durch dichten Nebel. Nach etwa fünf Kilometern lässt der Regen nach und es folgt eine abwechslungsreiche Strecke durch die Berge. Weite Teile der natürlichen Vegetation wurden zur Brennholzgewinnung abgeholzt und durch monotone Eukalyptuswälder ersetzt. Frauen tragen ganze Bündel an Brennholz auf dem Kopf. Die Strecke folgt einem ständigen auf und ab und in regelmäßigen Abständen zeigen sich Ausblicke auf die intensiv genutzte Terrassenlandschaft. Es fällt jedoch auf, dass die Menschen hier nur ein geringes Spektrum an Nutzpflanzen anbauen. Schulkinder laufen neben uns her und schieben uns die steilen Anstiege hinauf. Jens hat einen Speichenbruch an seinem voll gefederten High-Tech Rad und repariert diesen jedoch beeindruckend schnell am Straßenrand. Endlich kommt sein mitgebrachter Dreibeinhocker zum Einsatz! Zum Mittagessen kehren wir in ein einfaches Dorfrestaurant ein. Die etwa 12 Quadratmeter große Holzhütte mit Lehmfußboden bietet leider nicht genügend Platz für uns neun. Schnell ist die Plastikstuhlgarnitur nach draußen gebracht und die neugierigen Schulkinder freuen sich über diesen komischen Anblick. Mittlerweile ist der Himmel langsam aufgerissen und die Sonne brennt auf uns nieder. Zum Nachtisch bekommen wir noch eine sehr saftige und süße Papaya. Nach weiteren 10km erreichen wir den kleinen Ort Malindi, wo wir bei Papa Moze Village unterkommen. Die einfachen Zimmer bieten sogar fließend heißes Wasser! Im Garten zeigt der Chef uns die Sensation des Hauses: Eine alte Riesenschildkröte! Das Abendessen nehmen wir in einer neu errichteten Holzhütte aus Eukalyptusbrettern ein. Wir freuen uns über die zwei kleinen Holzöfen, die wenigstens ein wenig Wärme in der kühlen Höhenluft bieten.

30km  
10.08.2016

Malindi- Lushoto

Nach dem Aufstehen suchen wir die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Innenhof des Gasthauses. Zum Frühstück gibt es knusprige ofenfrische Chapatis mit Marmelade. Um halb zehn strampeln wir einen etwa 10km langen Anstieg hinauf. An der Passhöhe wechselt schlagartig die Vegetation und uns erwartet ein karger Rest der ursprünglich üppigen Tropenwaldvegetation der Usambara Berge. Es folgt eine rauschende Abfahrt durch dichtes sattes Grün. Weite Blicke auf die tropischen Berghänge. Nach etwa 25km zeigt sich der erste Ausblick auf die alte Kolonialstadt Lushoto (ehemals Wilhelmstal) Die weiße Kirche dominiert die tief im Tal liegende Kleinstadt. Hier war also der bevorzugte Aufenthaltsort der deutschen Kolonialisten. Das gemäßigte Höhenklima entsprach wohl eher den Ansprüchen der deutschen Siedler. Die Stadt folgt den Vorbildern der britischen 'Hill Towns' auf dem indischen Subkontinent. Ursprünglich sollte hier die Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas entstehen.
Erfreulicherweise ist die Straße mittlerweile sogar asphaltiert und wir genießen die flotte Abfahrt. Unsere Unterkunft Kakakuona Lodge bietet komfortable Zimmer. Hinter dem Gebäude befindet sich ein großzügiger gepflegter Garten mit einigen Fischteichen. Auf einem kleinen Spaziergang durch den Ort besuchen wir den winzigen alten Friedhof und besuchen die Gräber der alten deutschen Kolonialisten. Das Backsteingebäude der Post erinnert uns stark an deutsche Regionalbahnhöfe aus früheren Zeiten. Eine Sträflingskolonie wird gerade von einem Wärter aus dem lokalen Gefängnis zum Müll aufsammeln abkommandiert. Nach einem guten Cappuccino bei Mama Mia nehmen wir uns ein Taxi zum Irente Viewpoint. Am Aussichtspunkt geht es ohne Vorwarnung schnurgerade etwa 1000m in die Tiefe. Eine Art Absturzgitter oder Warnschild ist hier Fehlanzeige!!!“ Welcome to Africa!“ Dafür gibt es aber einen atemberaubenden Fernblick in die weite Savannenlandschaft. Greifvögel schweben in der Thermik der steilen Felswände.Unser Fahrer David erzählt von einem Besuch in Deutschland im Rahmen eines Kirchenaustausches. Er erzählt von den ordentlich geplanten deutschen Großstädten und den zurückhaltenden und verschlossenen Menschen in Deutschland. Im Anschluss ruft er uns einen Buda-Buda (Motorradtaxi), das uns eine Flasche süßen Weißwein aus den Usambara-Bergen zur Steilkante bringt. Die untergehende Sonne taucht die unter uns liegende Savannenlandschaft in die unterschiedlichsten Rot- und Orangetöne. Zum Abendessen gibt es Pfefferschnitzel mit Kartoffelpüree!

30km  
11.08.2016

Lushoto – Müller's Lodge

Den Morgen verbringen wir in der Kleinstadt und besuchen den lokalen Markt. Berge von Altkleidern und Schuhen werden angeboten. Hier landen also die ursprünglich gespendeten Kleidungsstücke unserer westlichen Überflussgesellschaft! Wir folgen dem Wirrwarr aus kleinen Gassen durch den Gemüsemarkt. Einfache Plastikplanen schützen die Holzstände vor der Tropenssonne. Vor der Abreise genießen wir noch einen leckeren Cappuccino bei Mama Mia. Nach dem Mittagessen schwingen wir uns wieder auf die Räder und kämpfen uns sieben Kilometer zurück den Berg hinauf zur Kreuzung. Schnell erreichen wir das leuchtend grüne Jägertal. Kiefernwald begleitet den kleinen Bachlauf. Assoziationen einer deutschen Mittelgebirgslandschaft werden geweckt. Einige alte Siedlerhäuser stehen am halben Hang. Nach einem Abzweig erreichen wir nach einem weiteren Kilometer das weitläufige Gelände der Lodge. Der Hausherr ist z.Z verreist und einer seiner Rasta-Bodyguards empfängt uns im hellblauen Hawaiihemd mit frischgepresstem Erdbeersaft. Gleichmäßig gepflegte Rasenfläche umgibt das etwas in die Jahre gekommene Haupthaus. Der ehemals prächtige Holzfußboden löst sich in seine Einzelteile auf. Nach einer Tasse Kaffee beziehen wir geschmackvoll eingerichtete Bungalows mit Ausblick auf das enge Tal. Abends bekommen wir ein umfangreiches Buffet mit Suppe und Nudelgerichten. Im Anschluss beziehen wir das gemütliche Kaminzimmer und holen uns beinahe eine Rauchvergiftung, da der mächtige Kamin leider nicht mehr wirklich funktioniert.

15 km  
12.08.2016

Müller's Lodge – Mbelei – Bumbuli

Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir die Lodge und radeln zurück zum Abzweig. Nach kurzer Zeit hat Kerstin einen Platten, den wir unter genauster Beobachtung der Dorfbevölkerung, reparieren. Es folgt eine traumhafte Strecke durch eine leuchtend grüne tropische Agrarlandschaft. Die Schotterstraße verläuft meistens auf einem Höhenzug und bietet tolle Fernblicke auf die umgebene Bergwelt. Zweimal queren wir einen kleinen Fluss und durchfahren kleine Sekundärwaldparzellen. Dorfbewohner waschen ihre Wäsche im Fluss und schleppen Bananenstauden und Brennholz. In den Dörfern fallen uns die hohen Anteile islamischer Bevölkerungsgruppen auf. Gegen Mittag erreichen wir das kleine Örtchen Bumbuli. Es liegt an der Kreuzung zweier Schotterpisten und wir begeben uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Schiebend verlassen wir das Ortszentrum und folgen einem kleinen Pfad entlang einer Bananenplantage. Hühner laufen quer über den Weg. Nach einiger Zeit erreichen wir eine einfache Unterkunft, wo wir unsere Zimmer beziehen. Schon wieder keine Dusche?! Dafür habe ich den Luxus einer eigenen Latrine in meinem Zimmer. Zum Mittagessen bekommen wir ein Kartoffelomelett auf Plastiktellern. Tobias und ich entscheiden uns im Anschluss für einen kleinen Verdauungsspaziergang durch den Ort. Das Schicksal führt uns zum lokalen Fußballplatz, wo heute eine wichtiges Spiel zweier Schulmannschaften stattfindet. Wir folgen einem kleinen Pfad, der etwa 50 Meter oberhalb des Spielfeldes verläuft. Neben uns stehen etwa 50 Motorradtaxifahrer aufgereiht, wie an einer Perlenkette. Alles verfolgt konzentriert das Spiel. Neben dem Spielfeld stehen zwei riesige Gruppen junger Mädels mit Kopftüchern, die ihre Teams anfeuern. Ein Hirte treibt seine Ziegen ungestört über Teile des Spielfeldes. Kleine Jungs spielen mit alten Autoreifen, die sie über das Spielfeld jagen. Plötzlich fällt jedoch das erste Tor und Tobias und ich können fast unseren Augen nicht mehr trauen. Wir beobachten ein Paradebeispiel für diese unbeschreibliche Energie der Menschen hier. Der riesige Pulk von Mädels führt einen wohl studierten Tribal Dance auf und stürmt anschließend das Spielfeld. Jegliche Art von Intervention wäre jetzt vollkommen zwecklos. Nach einiger Zeit laufen wir weiter entlang des Tals und treffen auf eine Kirche. Eine ältere Dame winkt uns freundlich zu und bittet uns herein zu kommen, da gerade die Chorprobe läuft. Wir beobachten eine unglaublich beeindruckende Performance. Die älteren Damen tanzen nach traditioneller Art und Weise und singen wunderschöne Gospel Lieder. Die Bewegungen der Tänzerinnen zeigen die typischen Rhythmen der Feldarbeiterinnen. Der Chorleiter gibt auf einer Trommel den passenden Rhythmus wieder. Zum Schluss tanzen wir mit den Damen durch die Kirche und alle sind hellauf begeistert. Auf dem Weg zurück zum Hostel kaufen wir noch ein paar Dinge für das morgige Frühstück und plötzlich werden wir umringt von einer riesigen Horde von Fußballfans, die alle singen, tanzen und schreien. Zum Abendessen gehen wir in das Ortszentrum in einfaches Restaurant. Dort bekommen wir zu Abwechslung einen Teller Reis mit Bohnen. Zurück im Hostel nehmen wir Platz in der 'Lobby' und trinken noch ein Conjaki aus einem Plastikbeutel und Serengeti Bier. Plötzlich taucht die ältere Dame aus der Kirche auf und stellt uns ihren im Jackett gekleideten Ehemann vor. Der rhetorisch sehr gut geschulte Mann hat in England studiert und über 40 Jahre das Krankenhaus von Bambuli geleitet. Er selbst kennt Deutschland nur von einem Kirchenaufenthalt. In diesem Zusammenhang sei im jedoch aufgefallen, dass einige der deutschen Kirchenleitern der Zugang zu den weltlichen Problemen wohl komplett verloren gegangen sei...

45km  
13.08.2016

Bambuli – Mashewa

Frühstück im Kneipenraum ohne Omelett. Im Frühstücksbereich sind wir mittlerweile größtenteils zur Selbstversorgung übergegangen. Es gibt wunderbare Papaya, Chapti mit Marmelade und Erdnussbutter und zur Krönung Instantkaffee mit richtiger Milch. Gegen 9 Uhr schieben wir unsere bepackten Räder durch das samstagmorgentliche Marktgeschehen. Intensiv leuchtend bunte Kleider der Marktfrauen kontrastieren mit dem rötlichen Laterit. Waren werden hin und her getragen, es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Anschließend folgen wir einem aussichtsreichen Höhenweg. Entlang der Straßen kommen uns ständig Menschen mit Waren entgegen, die alle in Richtung Mashewa laufen. Einige der Damen tragen sogar zwei große grüne Bananenstauden auf dem Kopf. Permanent halten wir an und beobachten diese für uns so unbekannte Szene. Immer wieder queren Bäche die Höhenstraße, riesige mit Moos bewachsene Granitblöcke liegen an steilen Berghängen. Es geht steiler bergauf und wir erreichen die Ausläufer der letzten Reste des Primärwaldes. Einige Kilometer weiter kommen wir an hellgrünen Teeplantagen vorbei. In einem kleinen hochgelegenen Dorf mit weitem Blick machen wir halt und lassen uns auf einer Wiese nieder. Jens nutzt die Pause zur Zeichnung eines Dorfjungens. Feldarbeiter in Gummistiefel kommen vorbei und grüßen uns freundlich. Nach der Pause geht es kontinuierlich abwärts, wir verlassen den Regenwald und die Vegetation wird karger und trockener. Der schmale Lateritpfad bietet eine umwerfende Fernsicht auf die durch kleine Maisfelder parzellierten Steilhänge. Auf unserem Weg in die Tiefe überholen wir Rinder und Schafherden, die von Hirtenjungen getrieben werden. Blühende Mangobäume zu unserer Linken. Steil geht es hinab und der Weg ist jetzt wohl eher ein Wanderweg und fordert viel Geschick und Konzentration. Die Vegetation zunehmend trockener und es zeigen sich Kakteen und Dornenbüsche. Die Bewohner leben hier in einfachen Lehm oder Holzhütten und scheinen hauptsächlich von der Viehwirtschaft zu leben. Freundlich werden wir empfangen und machen eine längere Pause um uns etwas mit den Leuten zu unterhalten. Gegen 17 Uhr erreichen wir die kleine Stadt Mashewa und rollen auf den Innenhof unseres sehr einfachen Hotels. Durch eine elephantiasis Erkrankung ist der rechte Fuß der Hotelbesitzerin stark entstellt. Nach einer einfachen Buschdusche freuen wir uns über ein warmes Bier im Innenhof. Schnell überrascht uns jedoch die Dunkelheit und wir bahnen uns unseren Weg durch die kaum beleuchteten Gassen der Stadt. Viele Menschen sitzen in den nächtlichen Straßen und spielen Backgammon oder hören Musik. Beim Betreten eines einfachen Restaurant fällt uns quasi ein lallender Massai in die Arme. Der dicke und stark verschwitzte Wirt macht uns flott einen langen Tisch frei. Glücklicherweise ist die Beleuchtung so schwach, dass wir kaum etwas über den Hygienezustand des Etablissements erkennen können. Zur Feier des Tages bekommen wir Reis mit Bohnen und einem Stück extrem zähes Rindfleisch. Leider verläuft die Nacht für mich eher unruhig, da vor meinem Fenster der Motor eines Minibusses repariert wird und die gesamten Abgase in mein Zimmer gelangen.

55 km  
14.08.2016

Transfer von Mashewa – Muheza dann weiter mit dem Rad nach Pangani

Um 6.30Uhr stehen wir vor dem Innenhof unseres Hotels und beobachten, wie sich vor den Toren unseres Hotels ein großer Markt bildet. Schwer beladene Minibusse werden abgeladen und Radfahrer bringen riesige Warenberge heran. Auf bunten Decken liegen schon wohl sortierte Berge von Tomaten, Bananen und Karotten. Nach einiger Zeit erscheint auch unserer Minibus und wir befestigen unsere Räder auf dem Dach des Busses. Im Anschluss fahren wir entlang der Ausläufer der Usambara Berge und blicken auf die weiten, noch von Nebelschwaden durchzogenen Reisfelder. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir Muheza und laden vor einem Restaurant unsere Sachen ab. Bevor wir uns auf den Weg machen feiern wir Tobias Geburtstag. Abdul hat sogar eine leuchtend grüne Geburtstagstorte organisiert. Anschließend satteln wir auf und nehmen den Abzweig nach Pangani. Schnell wird uns klar, dass das Klima hier deutlich schwüler und heißer ist. Die Strecke verläuft vorbei an einfachen Straßendörfern, bestehend aus Holz oder Lehmhütten unter Palmen. Die Kinder sind begeistert und rufen uns freundlich zu. Tobias spielt unter einem Holzverschlag mit einem Jugendlichen eine Runde Backgammon aus alten Coca Cola Kronkorken . Am Nachmittag erreichen wir Pangani. Entlang der Hauptstraße befinden sich noch einige stark marodierte Kolonialbauten. Unser Hotel Safari Lodge bietet komfortable Zimmer mit fließendem Wasser und Ventilator! Im Anschluss laufen wir entlang der Flussmündung in Richtung Ozean. Typische Segelboote, die Dhaus, laufen gerade ein. In den Seitenstraßen der Innenstadt finden sich noch einige schöne alte Kolonialgebäude, die im untergehenden Sonnenlicht einen Charme des Maroden versprühen. Die Verzierungen und Fensterformen zeigen die Mischung indisch-arabischer Einflüsse. Unser Abendessen nehmen wir unter dem Palmengedeckten Dach eines Strandrestaurant ein.

45 km  
15.08.2016

Boottransfer nach Nungwi (Sansibar)

Am Strand erwarten uns zwei moderne Fischerboote. Glücklicherweise scheint der indische Ozean heute Morgen eher ruhig gestimmt zu sein. Wir genießen die ruhige Überfahrt und der Fahrtwind ist angenehm kühl. Nach etwa zwei Stunden zeigt sich die Strandlinie von Nungwi am Horizont. Das Wasser ist leuchtend türkis. Wir klettern aus unseren Booten und betreten plötzlich einen Hochglanz Urlaubskatalog. Vor wenigen Stunden waren wir noch im authentischen Ostafrika und jetzt stehen wir im Badeparadis von Neckermann!! Guides stürzen auf uns zu: “Do you need a room?“. Auffallend viele traditionell gekleidete Massais laufen am Strand entlang. Jens erklärt uns, dass sie hier ihre Dienste an liebebedürftige Europäerinnen verkaufen würden. Wir schieben unsere bepackten Räder durch den feinen Korallensand während die Sonne erbarmungslos auf uns nieder brennt. Wie erwartet befindet sich unsere Unterkunft nicht direkt am Strand und wir laufen durch die Gassen eines kleinen Souvenirmarktes. Afrika Kitsch in allen Farben und Formen! Nach einiger Zeit erreichen wir unser einfaches Guesthouse. Glücklicherweise gibt es aber funktionierende Ventilatoren und einen großen Innenhof. Unser Mittagessen nehmen wir in einer Strandbar zu uns. Es gibt leckere Hamburger mit Pommes. Die Speisekarte zeigt die Präferenzen der wesltlichen Touristen. Nach dem Mittagessen schmuggle ich mich in den Poolbereich ein Luxushotels und verbringe eine entspannte Siesta auf einer der Liegen. Abends führt uns Abdul zu einem italienischen Strandrestaurant. Die Tische stehen direkt auf dem weißen Korallenstrand und wir genießen einen farbintensiven Bilderbuch-Sonnenuntergang. Zum Abendessen gibt es frischen Thunfisch mit Serengeti-Bier!

   
16.08.2016

Nungwi – Pongwe

Morgens bekommen wir ein überraschend reichhaltiges Frühstück mit frischen Früchten und sogar Kaffee. Um 9 Uhr sitzen wir auf dem Sattel und radeln durch den traditionellen Ortskern von Nungwi. Was für ein krasser Kontrast zu den Strandresorts! Einfachste Holzhütten dominieren das Straßenbild. Schon jetzt zeigt das Thermometer über 35 Grad und die Luft ist wassergesättigt. Wir erreichen die Teerstraße und genießen das schnelle Vorankommen. Immer wieder unterbrechen wir unsere Fahrt, da heftige tropische Niederschläge, die Straße kurzzeitig überfluten. Unter einem einfachen Unterstand beobachten wir die fallenden Wassermassen. Jens nutzt die Pause um die tropische Atmosphäre in einer Skizze festzuhalten. Nach 30km biegen wir in Richtung Ostküste ab und durchqueren das hügelige Inselinnere. Leider haben wir ab jetzt recht starken Gegenwind. Gegen 13 Uhr macht sich bei uns ein Hungergefühl breit und wir entschließen uns in ein Straßenrestaurant einzukehren. Jens fragt, die Küchenchefin (die Mama), ob es möglich sei ein Mittagessen für uns zuzubereiten. Sie sichert uns zu, dass dies kein Problem wäre und das Essen in etwa 20 Minuten fertig wäre. Mal wieder lernen wir den Unterschied zwischen verschiedenen Zeitkulturen live kennen. (Afrikanisches Sprichwort“ Ihr habt die Uhren wir haben die Zeit!“) Nach etwa 2,5 Stunden wird dann endlich das Omelett mit frischen Pommes serviert. Abdul kommentiert derweil, dass es immer besser wäre länger auf das Essen zu warten, denn dann würde dies meistens auch besser schmecken. Gegen 15.30Uhr radeln wir auf der schnurgerader Straße weiter. Links von uns befinden sich die endlosen Mauern der Standresorts, rechts von uns trockene Buschvegetation. Dann endlich erreichen wir den Abzweig zur Queen Sheeba Lodge. Martin und ich beziehen ein Palmen gedeckten Bungalow mit Blick auf den türkisblauen Ozean. Sofort springen wir in den Pool und beobachten, wie die Flut das Meerwasser gegen das Kliff schleudert. Vom weiten Sandstrand ist z.Z nichts mehr zu sehen. Den restlichen Nachmittag verbringe ich in der Hängematte mit kaltem frischem Maracujasaft. Zum Abendessen gibt es Garnelen in Currysauce mit Kartoffelpüree.

50 km  
17.08.2016 Ruhetag in Pongwe    
18.08.2016

Pongwe – Stonetown

Nach dem Frühstück mit Meerblick warten wir noch einen kurzen Schauer ab. Wir fahren weiter entlang der Ostküstenstraße, biegen jedoch nach einigen Kilometern nach Westen ab. Auf einem kleinen sandigen Pfad geht es durch die karge Strauchvegetation. Immer wieder kommen uns Lokals auf chinesischen Fahrrädern entgegen. Sie scheinen etwas irritiert durch den ungewohnten Anblick so vieler weißer Radler. Der Pfad wird breiter und die Vegetation wird zunehmend üppiger und tropischer. Hohe Kokospalmen überragen die durch Bananenpflanzen umgebenen Holzhütten der Einheimischen. Wir erreichen den Abzweig nach Stonetown und der Autoverkehr nimmt deutlich zu. Unsere Gruppe reißt weit auseinander und wir warten auf die Nachzügler an einem Fischstand in den Ausläufern der Stadt. Anschließend bahnen wir uns unseren Weg durch das Verkehrschaos der Stadt. Erleichtert erreichen wir das Freddy Mercury Restaurant am Hafen. Auf der schattigen Terrasse genießen wir eine kalte Cola und beobachten das Ausladen der Fähre aus Daressalam. Nach der kurzen Verschnaufpause radeln wir durch die schmalen Gassen der Altstadt und erreichen schnell unser Homestay. Ein entspannter Rastafari öffnet uns die prunkvoll verzierte Eingangstür und bittet uns hinein. Es geht hinauf in den dritten Stock, wo wir unsere einfachen aber sauberen Zimmer beziehen. Es gibt sogar fließendes Wasser! Nachmittags gehen wir in das Zansibar Coffee House und genießen wunderbar frischen Cappuccino und selbstgemachten Kuchen. Danach schlendern wir durch die engen Gassen, der seit 2000 unter dem UNESCO Weltkulturerbe stehenden, Altstadt. Die Architektur zeigt hier wirklich einen schönen Stilmix aus indischen und arabischen Elementen. Die aus Korallenstein gebauten Häuser zeigen mittlerweile erhebliche Vierwitterungserscheinungen. Alles versprüht eine angenehm marode Atmosphäre. Schöne alte Holzbalkone, mächtige Swahilitüren mit Schutz vor Kriegselefantenangriffen. Am Altstadtrand kommen wir an dem 1883 erbauten, strahlend weissen House of Wonders vorbei. Das imposante Gebäude wird von Eisensäulen und ausladenden Veranden eingerahmt. Der hohe Uhrenturm ist das höchste Gebäude der Alstadt. Leider können wir das im Gebäude befindliche Museum z.Z nicht besuchen, da es eine längere Umbaumaßnahme gibt. Abends essen wir im Mercury Restaurant und besuchen anschließend noch den Forodhani-Market. Für Touristen werden hier einige Streetfood Spezialitäten angeboten. Uns kann der Market jedoch nicht wirklich überzeugen.

45 km  
19.08.2016

Stadtbesichtigung Stonetown

Unser Gastgeber bereitet uns ein leckeres Frühstück mit Chapati und Omlette. Im Anschluss laufen wir durch die morgendlichen Gassen von Stonetown. Wir besuchen den alten Sultanspalast und lernen einiges über die Geschichte von Stonetown kennen. Den restlichen Vormittag verbringen wir auf dem Fischmarkt der Stadt. Es herrscht Ebbe und die Fischer sitzen im Schatten der auf dem trockenen liegenden Boote. Auf dem matschigen Boden liegen verstreute Fischreste herum. Alles stinkt nach Fisch. Blutverschmierte Verkäufer zerkleinern ihre frische Ware in der sengenden Mittagssonne. In den alten Markthallen werden Waren aller Art angeboten. Zum Mittagessen besuchen wir eine Dachterrasse eines Hotels. Hier bietet sich uns ein spektakulärer Blick über die Dachlandschaft von Stonetown und auf den indischen Ozean. Nach dem Mittagessen verabschieden Gaby und ich uns von den anderen Reiseteilnehmern und fahren zum Flughafen und verpacken unsere Räder. Über Addis fliegen wir zurück nach Frankfurt.

   
  Gesamtstrecke: ca.560 km