Radreise Donau & Elbe 2015
Datum   Kilometer Höhenmeter
  Zuganreise Bonn- Donaueschingen    
 

22.04.2015 Donaueschingen – Tuttlingen – Sigmaringen

Semmeln zum Frühstück im Gasthof. Durch das Industriegebiet raus aus der Stadt. Strecke verläuft über weite Flur auf einfachen Wirtschaftswegen. Fruchtbare Böden. Immer wieder schöne Ausblicke auf die schmale Donau. Störche stehen im Wasser. In Tuttlingen gibt es schöne Aufenthaltsmöglichkeiten am Donauufer. Etwa fünf Kilometer hinter Tuttlingen verengt sich das Donautal und die Szenerie wird abwechslungsreicher. Steil aufragende Karstfelsen säumen die Hänge. In diesem Abschnitt gibt es keinerlei Straße und daher auch kein störenden Verkehrslärm. Über einen grob geschotterten Wirtschaftsweg geht es flott voran. Immer wieder rauschendes Wasser des Flusses. Sonnenstrahlen lassen das noch zarte Grün hell erleuchten. Für einige Zeit begleite ich eine ältere Dame auf ihrem Ebike. Mit Begeisterung erzählt sie mir, dass sie im letzten Jahr schon 14.000km auf ihrem Ebike zurückgelegt hat. Ihr zur gleichen Zeit angeschafftes neues Auto hat erst 12.000km auf dem Tacho! Auf den Felssporen thronen mächtige Burgen und Festungen. Die Dame erzählt mir, dass es hier im Sommer so voll sei, dass man kaum voran kommen würde. Gegen 18 Uhr zeigt sich die steil aufragende Burganlage Sigmaringens. Für 50€ bekomme ich ein kleines Dachgeschosszimmer im traditionellen Gasthof ' Zur Rose'.

105km  
 

23.04.2015 Sigmaringen – Riedlingen – Munderkingen – Ehringen


Reichhaltiges Frühstücksbuffet. Leckere Erdbeeren. Um 9Uhr auf dem Rad entlang der Donau. Hochdruckwetterlage!Das Tal weitet sich wieder und es geht durch weite Flur. Kaum andere Radler unterwegs. Der Löwenzahn blüht in einem intensiven Gelbton. Apfelbäume tragen schneeweiße Blüten. Gegenwind erschwert das Vorankommen. Musik auf den Ohren reduziert das Windrauschen. Gegen 13 Uhr erreiche ich die wunderschöne, Fachwerk gesäumte, Altstadt von Riedlingen. Die Sonnenstrahlen lassen die liebevoll verzierten Fassaden hell erleuchten. Wie im Bilderbuch! Cappuchino und Donauwelle mit Blick auf die kleinen Gassen. Anschliessend raus aus der Stadt und weiter entlang der Donau. Nach einem knackigen 20% Anstieg in Dittlingen mache ich Pause an einem speziell errichteten Rastplatz für Radler. Ein Gästebuch zeigt, dass hier allein in den letzten Wochen mindestens vier Radler mit sehr weiten Zielen (Australien, China, Indien etc.) halt gemacht haben. Erfrischt und gestärkt geht es weiter durch die weite Agrarlandschaft. Es geht durch das historische Munderkingen. Schöner Brunnen am Marktplatz. In Ehringen bekomme ich im einfachen Gasthof 'Zur Sonne' ein nettes Zimmer für 35€.

80km  
 

24.04.2015 Ehringen – Ulm – Günzburg – Gundelfingen – Dillingen


Frühstück in der gutbürgerlichen Stube. Sehr freundlicher Wirt. Über den Marktplatz, vorbei an dem imposanten Marktbrunnen. Fahrt durch weite Felder, nur selten Ausblicke auf die Donau. 10Km vor Ulm führt der Weg zurück zum Fluss. Vögel zwitschern und unterstreichen damit die idyllische Auenlandschaft. Viele Frösche und Haubentaucher. Kurz nach elf fahre ich durch das alte Stadttor direkt in die mittelalterliche Bilderbuchlandschaft Ulms ein. Die reich verzierte Fassade der alten Fischereizunft leuchtet im morgendlichen Sonnenlicht. Zu Fuss geht es weiter durch die kleinen mittelalterlichen Gässchen. Kanäle durchziehen die Gassen. Plötzlich taucht die hoch verzierte Fassade des alten Rathauses auf. Die gesamte Stadtgeschichte wurde hier illustriert. Nach wenigen Schritten zeigt sich schon der hoch aufragende Turm (höchster Kirchturm der Welt!) des ulmer Münsters. Mein Rad lasse ich bei einem schweizer Paar in einem Cafe vor dem Münster und mache mich hinauf zur Turmplattform. In engen Treppen geht es immer weiter steil empor. Dagegen ist der Kölner Dom ja wirklich ein kleiner Snack! Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich dann endlich auf der letzten Plattform angelangt. Was für ein Blick! Die komplette Dachlandschaft der Altstadt mit dem Donauverlauf im Hintergrund. Anschließend wieder runter und zurück zum Rad. Raus aus der Stadt wieder zurück zur Donau. Am Ufer sitzen die Bürger und genießen die warmen Frühjahressonnenstrahlen. Apfelbäume blühen in zartem Rosa. Ich genieße die Ruhe des Radweges und nutze die Zeit um die Eindrücke zu verarbeiten. Auf einem einfachen Naturpfad geht es durch ein Waldstück. Vogelgezwitscher begleitet mich. Kurzer Abstecher nach Günzburg aber außer einer übermäßig herausgeputzten Innenstadt und einigen Schickimicki Cafes nichts zu bieten. Schnell wieder zurück in die Ruhe der Donauaue. Spiegelglattes Wasser und zartes Grün am Ufer. Kurzer Abstecher nach Gundelfingen. Imposanter Kirchturm. Donauwelle und Kaffee in der Innenstadt. Gegen 17 Uhr erreiche ich Dillingen. Blaskapelle zeiht durch die Altstadt. Im Hotel Dom bekomme ich ein Zimmer für 50€.

100km  
 

25.04.2015 Dillingen – Donauwörth -Graibach – Neuburg an der Donau (70km)


Üppiges Frühstücksbuffet. Um 9Uhr verlasse ich das Hotel bei leichter Bewölkung. Es geht wieder durch weite Flur vorbei an dutzenden Traktoren auf den Feldern. Hin und wieder gibt es kurze Ausblicke auf die Donau. Um 11Uhr fahre ich durch das alte Stadttor von Donauwörth. Schön restaurierte Fassaden. Leider scheint hier der Begriff 'Verkehrsberuhigung im innerstädtischen Bereich' noch nicht angekommen zu sein. Die Aufenthaltsqualität leidet merklich durch den durchfließenden Autoverkehr. Nichts wie weg hier! Nach kurzer Zeit hat mich die Ruhe des Radweges zurück! Leider währt die Ruhe nicht sehr lange, da es von jetzt an parallel zur Bundesstraße weiter geht. Einige kurze aber knackige Steigungen sind zu bewältigen. Weite Ausblicke bei einer Brotzeit auf einer einsamen Bank. Kleine Ortschaften mit hübschen Bauernhöfen und kleinen Schlössern werden durchfahren. Blühende Apfelbäume. In einem Waldstück mache ich einen kurzen Mittagsschlaf unter einem schattigen Baum. Anschliessend geht es wieder zurück zur Donau und es folgt ein idyllischer Abschnitt auf einem ruhigen Dammweg. In den Auenwäldern zwitschern die Vögel. Gegen 16 Uhr Einfahrt nach Neuburg. Die imposante Schlossanlage thront über der Donau. Die Stadt scheint jedoch wie ausgestorben. Schön restaurierte Fassaden. In einem einfachen Gästehaus bekomme ich für 40€ eine schönes großes Zimmer.

70  
 

26.04.2015 Neuburg – Ingolstadt – Neustadt a.d Donau – Weltenburg – Kehlheim – Bad Abbach (100km)


Morgens Frühstück mit Gruppe rumänischer Montagearbeitern. Die 25km bis Ingolstadt vergehen wie im Fluge. Hoch in die Innenstadt, guter Cappuccino gegenüber dem Militärmuseum. Kurzer Spaziergang durch die Gassen der Altstadt aber Ingolstadt kann mich nicht wirklich überzeugen. Zurück zur Donau und weiter auf einem Flussparallelen Radweg. Am Kraftwerk überquere ich die Donau und es geht durch idyllische Auenwälder. Der Radweg verläuft durch einige schöne bayrische Dörfer mit traditionellen Bauernhöfen. Die Dörfer wirken jedoch wie ausgestorben, kein Mensch weit und breit! Plötzlich leuchtet mir die Ruhe ein! Ein Dorffest. Traditionelle Blasmusik auf dem Dorfplatz. Jede Menge übergewichtige Leute in Lederhosen und Dirndl. Bei einem Semmelbrötchen mit Weißwurst beobachte ich, wie die lokale Sparkassenfiliale ein Wochenende mit einem Smart-Mini verlost. Was für ein Gewinn! Nichts wie weg hier! Es geht weiter entlang der Donau. Wunderbares Frühlingswetter lässt das Rad ruhig über den bayrischen Flüsterasphalt schnurren. Viele glänzende weisse Audis und SUV stehen vor den bayrischen Vorgärten! Hier scheint die Welt wirklich noch in Ordnung zu sein. Aus der Ruhe der Donau erreiche ich plötzlich die Menschenmassen der Weltenburg. Der große schattige Klosterhof platzt aus allen Nähten. Kein einziger Platz mehr frei! Stattdessen kaufe ich mir ein Fährticket und schiebe das Rad auf das kleine Schiff. Oben auf dem Deck trinke ich ein wirklich leckeres alkoholfreies Weltenburger und geniesse die gute Aussicht auf diesen spektakulären Donauabschnitt. Schroffe Karstfelsen säumen die steilen Flanken der Donau. Das Schiff entlässt uns in Kehlheim und ich folge weiter dem Fluss und erreiche gegen 17 Uhr Bad Abbach und bekomme eine gutes Zimmer für 40€ direkt im Ort.

100km  
  27.04.2015 Besuch der Therme in Bad Abbach    
  28.04.2015 Bad Abbach – Regensburg (15km) und Heimreise mit der Bahn    
 

30.06.2015 Regensburg – Wört an der Donau – Straubing (65km)


Frühstücksbuffet bei Alex mit Blick auf den Marktplatz ,keine Wolke am Himmel am. Leichte Verwirrung bei diversen Donauquerungen. Strecke führt durch Wohngebiete und weite Maisfelder. Wo ist die Donau? Ausblicke auf die Wallhalla. Weiter entlang des Deiches. Leuchtende violette und pinke Wildblumen auf den Deichrücken. Mittagshitze und leckerer Bauernsalat beim 'letzten Griechen' in Wörth. Opa mit Ebike und Sauerstoffflasche auf dem Gepäckträger überholt uns. Gegen 16 Uhr auf dem Campingplatz auf der Donauinsel. Nachbarn sind mit Tandem aus Istanbul gekommen. Abends Spaziergang durch die imposante barocke Innenstadt. Viele Kirchen.

65km  
 

01.07.2015 Straubing – Bogen – Deggendorf -Hofkirchen (65km)


Zeltabbau bei strahlendem Sonnenschein, um 9.30Uhr auf dem Rad weiter nach Bogen. Dort leckeres Fitnessfrühstück in einer Bäckerei. Gestärkt, weiter entlang des Deiches und durch weite Maisfelder. Wer ißt eigentlich diesen ganzen Mais?! Extreme Hitze! Suppe und Eis in der schönen historischen Altstadt Deggendorfs. Nachmittags weiter entlang der lärmenden A3. Siesta am idyllischen Badesee mit Ausblick auf die Autobahn und Kiesgrube. Die nächsten 10km schöne Strecke auf dem Deich mit wunderbaren Ausblicken auf die Donau und den bayrischen Wald. Campingplatz in Nießbach für 13€ die Nacht. Abends riesige Fleischplatte beim Griechen. Auf dem Heimweg zurück zum Campingplatz wunderschöner Sonnenuntergang über der Flussaue. Viele Mücken!

65km  
 

02.07.2015 Hofkirchen – Passau (35km)


Aufgrund Tims seniler Bettflucht und extremer Sonneneinstrahlung um 8 Uhr Zeltabbau. Frühstück beim Bäcker in Hofkirchen. Gespräch mit Vater und Sohn am Nebentisch, die vom Plattensee kommen. Zurück aufs Rad und die Strecke wird immer attraktiver und es bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Donau. Querung über die eindrucksvolle Wasserkraftwerkanlage vor Passau. Entang der Anleger für die Flusskreuzfahrtschiffe in die Altstadt hoch. Das Hotel 'Passauer Hof' liegt direkt hinter dem Stadttor und wir bekommen ein schönes Zimmer im fünften Stock. Gute Pizza am Residenzplatz mit Blick auf den aufwendig verzierten Brunnen. Dombesichtigung: Unglaubliche Vielfalt an Verzierungen im Barockstil. Blütenmuster. Die strahlend weisse Fassade des Doms kontrastiert stark mit dem azurblauen Himmel. Cappuccino gegenüber dem Amtsgericht. Extreme Mittagshitze. Abends Orgelkonzert im Dom.

35km  
 

03.07.2015 Passau – Obernzell – Jochenstein- Inzell (45km)


Hochwertiges Frühstücksbuffet mit Blick auf die Donau. Gegen 10 Uhr verlassen wir Passau entlang der Bundesstraße. Ausblicke auf das, in diesem Abschnitt türkise Donauwasser (Schmelzwasser). Nach einiger Zeit verlassen wir die Autostraße und es geht weiter auf einen Donauparallelen Uferweg. Kuchen und Suppe in schattigem Biergarten Jochenstein. Viele Radler ziehen vorbei. Hitzeflimmern über dem Asphalt. Fettige Currywurst in einem mäßigen Biergarten. Siesta unter einem schattigen Apfelbaum. Kurz vor Inzell nehmen wir die Fähre und setzen über. Campingplatz in Inzel ist sehr idyllisch gelegen. Schöne einfache Zeltwiese mit Blick auf die bewaldeten Donauflanken. Flusstal ist in diesem Abschnitt eng und die Donau mäandert stark. Schwimmen in dem eiskalten Donauwasser. Abends gutes Buffet in der Wirtschaft auf dem Campingplatz.

45km  
 

04.07.2015 Inzell – Linz (70km)

Frühstück auf der Terrasse der Wirtschaft, sonniges klares Wetter. Viel Taubildung im engen Flusstal. Wunderschöne Strecke direkt parallel zur Donau durch den Wald entlang alter Treppelpfade. Schöne Ausblicke auf die engen Schluchten und bewaldeten Hänge. Nach ca 30km wird das Tal wieder weiter und die Strecke verliert an Attraktivität. Kurzer Supermarktstop und anschließend erfrischende Wassermelone mit Blick auf die Donau. Wechsel der Donauseite über Kraftwerksanlage. Einfahrt in Linz. Dutzende Radreisende ziehen vorbei. Vorbei an der iInnenstadt zum Poechlinger See. Nach einigem Suchen finden wir den winzigen Campingplatz auf dem Gelände des öffentlichen Schwimmbades. Die kleine Wiese füllt sich rasch mit Radreisenden. Pommes am See. Am späten Nachmittag zurück nach Linz. Die Plöetzlinger Bergbahn bringt uns in nur 20 Minuten auf spektakulärer Strecke auf etwa 500 Meter über NN. Oben bietet sich uns ein weiter Blick über die alte Montanstadt. Schöner Biergarten mit Aussichtsterrasse. Anschliessend zurück in die Stadt und Abendessen im Stadtzentrum. Danach zurück zum Campingplatz am See. Mittlerweile stehen die Zelt dicht gedrängt. Einige Radreisende schlafen ohne Zelt auf den Isomatten.

   
 

05.07.2015 Linz- Albern – Abwinden -Grein (65km)


Morgendliches Massenzeltabbau. Wer ist am schnellsten auf dem Radweg? Um mithalten zu können, nur eine Banane zum Frühstück. Um 9 Uhr auf dem Rad! Es geht Donau parallel weiter und wir werden von einigen Rennradfahrern aus Linz überholt. Interessante Ausblicke auf die Anlagen der Montanindustrie auf der anderen Donauseite. Nach 10km finden wir in Abwinden in der Pension Zwinkler ein günstiges Frühstücksbuffet mit gutem Kaffee. Hitze in den Mittagsstunden. Kühles alkohlfreies Radler am Kraftwerk Mittelbach. Die Radreisenden kommen hier im Minutentakt vorbei. Anschliessend weiter durchs Inland. Siesta unter einem schattigen Walnussbaum. Ausgeruht weiter zurück in Richtung Donau und weiter nach Grein. Dort bauen wir das Zelt auf ein schattigen Platz am Donauufer auf und fahren zum Eingang der Stillensteinschlucht. Leckerer kühler naturtrüber Apfelsaft. Anschliessend steigen wir auf schattigen Waldpfaden die Klamm hinauf. Angenehm kühle Temperaturen. Moosbedeckte Granitbrocken mit Nadelbäumen lassen Märchenwaldatmosphäre aufkommen. Wasserfälle. Zurück nach Grain und Semmelknödel mit Gulasch am Kirchplatz.

65km  
 

06.07.2015 Grein – Melk- Rossalzbach (80km)


Frühstück am Rathausplatz. Warm aber bewölktes Wetter. Am Nachbartisch zwei amerikanische Radreisende auf dem Weg nach Budapest. Eine, der beiden ist Schulleiterin und hat schon die USA mit dem Rad durchquert. Nach dem Frühstück geht es mit der Fähre auf die andere Donauseite. Über ruhige Treppelpfade geht es durch das idyllische Waldviertel. Nach einiger Zeit wird das Tal wieder breiter. Kaffee und Kuchen in Pöchlan danach weiter entlang der Donau. Gegen 13 Uhr erreichen wir den Benediktinerstift von Melk. Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker. Hitzeflimmern. Kalte Johannisbeerschorle in der schönen barocken aber touristisch stark überlaufenden Altstadt von Melk. Asiatische und nordamerikanische Kreuzfahrer laufen mit Knopf im Ohr durch die engen Gassen. Schnell wieder zurück in den Sattel. Steil hinauf und dann wieder runter in die Donauaue. Siesta in einem Mückenverseuchten Auenwald. Anschliessend weiter durch die reizvolle Landschaft der Wachau. Schöne Burgen und Weinberge. Leuchtendes Grün in der Abendsonne. Kreuz und quer durch die Apfelplantage dann erreichen wir den überfüllten Campingplatz. Winzige Zeltwiese. Sehr leckeres Abendessen im Campingplatzrestaurant.

80km  
 

07.07.2015 Rossatzbach – Klosterneuburg (80 km)


Die früh morgendliche Sonnenstrahlen heizen das Zelt schnell auf und wir flüchten aufs Rad und fahren nach Machen. Dort gibt es einen leckeren Zopfenstrudel zum Frühstück. Anschließend weiter Donauparallel auf ruhiger Strecke nach Tullen. Hitzeflimmern über dem Asphalt. Ein osteuropäischer Flusskapitän bietet uns an, die Räder stehen zu lassen und auf seinem Schiff mitzufahren. Wir lehnen dankend ab und kehren stattdessen in den Biergarten des Alpenvereins in Tullen ein. Seit wann ist Tennis eigentlich eine alpine Disziplin?! Siesta im Stadtpark unter einem schattigen Baum. Danach Donauquerung und auf dem Dammweg weiter. Kein Schatten! Extreme Hitze. Kurze Abkühlung in der Donau. Linke Hand liegen die kleinen auf Stelzen stehenden Wochenendlauben der Wiener. Am Kraftwerk Greifenstein wechseln wir wieder die Seite. Gegen 18 Uhr erreichen wir Klosterneuburg. Wir treffen das tschechische Radreisepaar vom Vorabend wieder. Mückenplage beim Zeltaufbau. Fleischberge und Käsespätzle bei einem Gasthof in der Fußgängerzone. Nachts hören wir das Rascheln der Auenwälder im Wind.

80km  
 

08.07.2015 Kolsterneuburg – Wien (30km)


Frühstück in Bäckerei in Klosterneuburg. Leider hat man hier das Konzept der Verkehrberuhigung im Innenstadtbereich noch nicht verinnerlicht und es fällt schwer die leckeren Croissants zu geniessen. Nichts wie weg hier! Gegen 11 Uhr erreichen wir die Stadtgrenze von Wien. Wir wechseln auf die Donauinsel und genießen den Ausblick auf die Stadtlandschaft von Wien. Es geht vorbei einem schwimmenden städtischen Gymnasium. Über den Cityring fahren wir in Richtung Muesumsquartier. Gutes Radwegenetz. Imposantes Hotelzimmer im 5. Stock in einem ansehnlichen Wiener Bürgerhaus. Deckenhöhe ca. 7 Meter und zwei Balkone mit Blick auf das Museumsquartier. Fünf Minuten nach unserer Ankunft beginnt es wie aus Eimern zu regnen. Ausgedehnte Zeitungslektüre in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser. Sintflutartige Regenfälle.

30km  
 

09.07.2015 Wien (Stadtexkursion)


Frühstücksbuffet mit Sissiambiente. Um 10 Uhr im Schloss Schönbrunn. Warum sind wir nicht die Ersten?! Phantasialandähnliche Gefühle kommen auf. Unser Eintritt ist um Punkt 10.23Uhr mit ca. 80 weiteren asiatischen Touristen. Imposante Barockräumlichkeiten. Unglaublich viel Prunk. Interessante Tapetenmuster (Pergamentraum!!). Die Massen schieben von hinten und es nicht möglich länger als 3-4 Minuten in einem Raum zu verweilen. Dann raus in die weitläufige Gartenanlage des Schlosses. Kurzer Blick auf den schönen Neptunbrunnen und dann hoch zur Aussichtsterrasse. Wunderbarer Blick über Wien. Danach zurück in die Stadt und wir essen einen leckeren Wrap in einem Electro-Hipster Restaurant ein. Der Ipad-affine Angestellte versucht uns noch einen 'leckeren' Spinatsmoothie anzudrehen. Wir lehnen dankend ab und fahren stattdessen lieber mit dem Fahrstuhl hoch zum Nordturm des Stephansdom. Imposante Aussicht über die Altstadt. Kaffee und Kuchen im Kurcafe.

   
 

10.07.2015 Wien - Bratislava (75km)


Um 10 Uhr auf dem Rad und über den Ring durch das morgendliche Verkehrchaos von Wien zurück zur Donauinsel. Entlang der Donau geht es vorbei an den Donaufreibädern. Die Temperaturen sind dank des Regens jetzt wieder deutlich erträglicher. Schöner Radweg über den Damm durch eine idyllische Flussauenlandschaft. Über die lange Donaubrücke rüber nach Hainburg. Einfahrt in die mittelalterliche Kleinstadt durch das gut erhaltene Wiener Tor. Die Innenstadt beeindruckt uns jedoch nur mäßig und nach einem eher mäßigen Kaffee im Stadtcafe schwingen wir uns wieder aufs Rad. Weiter in Richtung Slowakei. Plattenbauten und imposante Burganlage am Horizont. Über einfache Wirtschaftswege durch blühend gelbe Rapsfelder nähren wir uns der Slowakei. Ich fahre mit dem Aufzug auf die UFO- Aussichtsplattform des Brückenturmes. Was für eine Aussicht!! Blick auf die Dachlandschaft der mittelalterlichen Innenstadt Bratislavas. Zur linken die thronende Pressburg. Hinter mir bietet sich ein weiter Blick auf das sozialistische Wohnen in all seiner Schönheit. Wieder zurück aufs Rad und durch die keinen Gassen der Altstadt. Die maroden Fassaden der alten Häuser verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charm. Nach 20Minuten erreichen wir unsere einfache Pension. Der Fahrstuhl macht einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck. Anschließend Spaziergang durch die Altstadt. Viele Restaurants und einige stark alkoholisierte britische Männergruppen. Anscheinend hat sich der Sauftourismus mittlerweile von Prag nach Bratislava verlegt. Auf dem Rathausplatz findet ein klassisches Musikfestival statt. Wir kehren in einem schicken aber guten Thairestaurant ein und genießen die Ruhe vor den grölenden Partygängern.

75km  
 

11.07.2015 Bratislava – Mosonmagyaróvár (55km)


Cappuchino mit Spühligeschmack zum Frühstück. Rauf zur neu restaurierten Burg. Schnaufende und etwas füllige nordamerikanische Kreuzfahrer kämpfen sich den Berg hinauf. Alle haben ein blaues Hundehalsband und tragen ein Audioguide. Wir ziehen vorbei und genießen den Ausblick auf die Altstadt und die Donau. Um 11Uhr essen wir noch ein riesiges Stück Käsekuchen und trinken einen spühlifreien Kaffee in einem Cafe in der Altstadt. Dann schwingen wir uns aufs Rad und queren die Donau. Über einen Dammweg (Betonplatten verursachen ein angenehmes sozialistisches Auf und Ab!). Viele bauchfreie Inlineskaterinnen im 90s Look ziehen an uns vorbei. Getränkestop vor der ungarischen Grenze in einfachem Biergarten. Halber Liter Bier für 60 Cent! Über den Grenzbaum nach Ungarn. Strecke in Ungarn verläuft idyllisch durch goldene Weizenfelder (Mähdrescher!). Wir nehmen einen Umweg durch die Dörfer. Viele Neubauten Nahe der Grenze. 75.000€ für ein neues Haus! Immer wieder führt die Strecke durch schöne Alleen. Mittagstisch in Dunasziget. Wunderbares Hirschgulasch mit Kroketten für vier Euro. Wieder aufs Rad uns plötzlich reißt mein rechtes Schaltseil. Mit drei Gängen weiter nach Mosonmagyaróvár. Zahnkliniken so weit das Auge reicht. Leider ist der Radladen bereits geschlossen und der Besitzer ist auch nicht bereit mir noch schnell das notwendige Schaltseil zu verkaufen. Mist, bis Montag läuft hier nichts mehr. Einchecken in den einfachen Campingplatz neben der Therme. Besuch der Therme. Kacheln und Heizungen aus den 50er Jahren. Abends fahren wir zum Haus eines Fahrradschraubers und nach zäher Verhandlung gibt mir seine Frau ein Schaltseil. Leider ist es viel zu kurz! Wunderbares Eis in der Innenstadt.

55km  
  12.07.2015 Pausentag in der Therme    
 

13.07.215 Mosonmagyaróvár – Acs (95km)


Zeltabbau bei bedrohlich schwarzen Wolken. Gutes Frühstücksbuffet im Thermenhotel. Dritte Schaltseilaktion. Diesmal erfolgreich! Nach 10 Minuten fertig montiert und rauf aufs Rad! Wenig spektakuläre Fahrt entlang der Bundesstraße. Der parallel verlaufende Radweg ist in einigen Bereichen stark überwachsen. Rechtes von uns, weite Sonnenblumenfelder. Gegen 13 Uhr Ankunft in Györ. Schöne barocke Altstadt. Bunte handgeschmiedete Schilder über den Ladeneingängen. Ein etwas geistig verwirrter Mann spricht uns freundlich auf Deutsch an und erzählt uns einen Schwank aus seinem Leben. Nach einiger Zeit verabschieden wir uns und trinken einen guten Cappuchino auf dem Hauptplatz und versuchen vergeblich Fahrradstellplätze für die Rückfahrt aus Budapest zu reservieren. Thank you for travelling Deutsche Bahn! Am Telefon sagt man uns, dass die Stellplatzreservierung für internationale Fahrradkarten nur postalisch erfolgen könnte. Naja! Nach zwei Stunden geben wir es auf und schwingen uns wieder aufs Rad. Leider finden wir die Weiterführung des Radwegs nicht und landen in einem verfallenen Industriegebiet. Nach einiger Zeit finden wir die Verbindung und bahnen uns den Weg raus aus der Stadt. Anschließend geht es auf einer winzigen Schotterpiste durch das Ungarn der 50er Jahre. Stark heruntergekommene Minihäuser mit kleinen Schrebergärten. Weiter durch weite Sonnenblumenfelder. Dann links ab auf eine kaum erkennbare Bahnlinien parallele Sandpiste. Wettrennen mit einem Mähdrescher. Einfahrt in das kleine Örtchen Acs. Leckere Pizza für drei Euro im Ort. Anschließend weiter entlang der Bundesstraße zum Campingplatz. Chef des Platzes gibt uns eine persönliche Antimückenbehandlung. Für 8€ bekommen wir ein netten Platz inklusive kaltem Bier .

   
 

14.07.2015 Acs – Komarno – Tata (45km)


Frühstück vor dem Zelt. Schwer bepacktes Radreisepaar aus dem Sauerland mit Deutschlandfahne am Rad macht sich Abreise bereit. Bedeckter Himmel und und ein paar Regentropfen fallen. Um 10 Uhr verlassen wir den Platz und radeln nach Komarno. Die ungarische Seite der Stadt zeigt sich recht unspektakulär daher wechseln wir über die Donaubrücke auf die slowakische Seite. Blick auf große Hafen und Industrieanlagen. Die gut erhaltene überschaubare Altstadt ist hier deutlich reizvoller. Nach einem kurzen Kaffeestopp wechseln wir wieder nach Ungarn zurück und verlassen die Donau am Abzweig nach Tata. Unsere Reisebeschreibung warnt vor der Strecke aufgrund der starken und langen Steigung. Nach leicht hügeliger Strecke erreichen wir nach etwa 40 Minuten die Ausläufer der Stadt. Das soll jetzt anstrengend gewesen sein?! Einige Fassaden weisen darauf hin, dass Tata seine besten Zeiten bereits hinter sich gelassen hat.Trotzdem gefällt mir dieser Charme des Maroden. Es geht runter zum See und an der schönen Promenaden geniessen wir ein kleines Picknick. Anschliessend klettern wir hoch auf die alte Burg am Seeufer und trinken einen Cappuchino auf der Terrasse des Museumscafes und geniessen die Aussicht auf den See. Danach folgen wir dem Seerundweg und landen nach einer halben Stunde auf einem weitläufigen Campingplatz nahe des Sportplatzes. Nach 20 Minuten steht unser Zelt und wir sitzen auf zwei Plastikstühlen und beobachten: Viele Jugendgruppen. Neben der Jugendgruppe ist ein Typ damit beschäftigt Kampfhunde auszubilden. Sehr beruhigend! Plötzlich erscheint eine holländisches Rentnerpaar mit Kompass am Horizont. Die Dame erklärt uns freundlich, dass sie mit Hilfe des Kompasses die perfekte Position ihres Wohnwagens ermitteln, da nur so der korrekte Empfang der Satellitenempfangsanlage gewährleistet ist. Ihr Ehemann blickt erfreut auf unser Zelt und deutet darauf hin, dass er als Student ja auch mit dem Zelt angefangen hätte. Wenn wir in den nächsten 20 Jahren weiterhin fleissig sein würden, dann könnten wir uns jedoch auch ein Wohnwagen leisten. Träume müsste man haben! In einem nahegelegenen Seerestaurant essen wir ein gutes Abendessen und lassen den Tag mit einem Spaziergang am See ausklingen.

45km  
 

15.07.2015 Tata – Esztergom – Dömök (75km)


Um 9Uhr verlassen wir bei strahlend blauem Himmel den Zeltplatz und radeln entlang des Sees. An der Hauptsraße des Ortes finden wir einen kleinen Imbissstand, wo uns eine freundliche ältere Dame drei Spiegeleier zum Frühstück brät. Anschließend geht es steil hinauf in die Weinberge. Schöne Strecke durch eine waldreiche Region, die sich mit goldenen Getreidefeldern abwechselt. Auf der Kuppe bietet sich uns ein weiter Blick auf den weiteren Donauverlauf und die Berge der hohen Tatra. Rasante Abfahrt zur Donau und weiter auf der stark berfahrenen Bundesstraße. Nach zwei Stunden gönnen wir uns eine gute Tasse Kaffee in einem Durchgangsort und treffen die Schweizerin Steffi. Sie ist alleine mit dem Rad unterwegs und möchte nach Belgrad. Gemeinsam radeln wir zu einer etwas abseits der Straße gelegenen 400 Jahre alten Eiche. Im Anschluss quälen wir uns weiter entlang der stark befahrenen Bundesstraße. Es geht vorbei durch eine wenig attraktive Industriezone. Bei Tageskilometer 50 sehen wir die auf einem Hügel gelegene Kuppel der berühmten Kathedrale. Gemächlich bahnen wir uns unseren Weg in die Altstadt. Die extreme Mittagshitze treibt uns schnell auf die schattige Terrasse eines Cafes und wir genießen erst einmal kalte Limonade und Pizza. Im Anschluss laufen wir durch die gut erhaltene Altstadt hoch zur Kathedrale.Wir klettern hinauf auf die Aussichtsplattform und es eröffnet sich uns ein unglaublicher Blick über den Donauknie und die unter uns liegende Dachlandschaft der Stadt. Wahnsinn! Danach trinken wir noch eine kalte frische Limonade im nahegelegnen Biergarten und quatschen noch ein bisschen mit Steffi. Wir verabschieden uns von ihr und schwingen uns wieder auf die Räder. Auf einem schönen Radweg folgen wir der Donau. Es bieten sich gute Ausblicke auf die steilen Donauhänge. Gegen 19 Uhr erreichen wir den Campingplatz und essen ein wunderbares Gulasch und geniessen den Sonnenuntergang über der Donau.

75km  
 

16.09.2015 Dömök – Budapest (75km)


Zeltabbau in Rekordzeit (nach 32 Minuten Abreisebereit!!). Sonniges und heisses Wetter erwartet uns. Nach etwa fünf Kilometern kehren wir in ein vier Sterne Hotel ein und plündern das Frühstücksbuffet. Aufgrund unseres Radoutfits schauen uns einige Hotelgäste etwas herabwürdigend an. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es weiter und wir setzen mit einer kleinen Fähre über. Auf der anderen Seite geht es auf einem schönen Radweg weiter entlang der Donau. Die Temperaturen sind extrem und wir machen mehrere Getränkestops. In einem Wohngebiet verlieren wir die Beschilderung und landen auf einer vielbefahrenen Bundesstraße. Wo verdammt geht es ab zu Fähre?! Endlich finden wir die Abzweigung und setzen auf die Donauinsel über. Leider entpuppt sich die Fahrt über die Insel als äußerst anspruchsvoll und sandig. Ich fühle mich zurückversetzt auf die Pisten Madagaskars. Nach einiger Zeit finden wir jedoch die richtige Piste und erreichen die winzige Fähre. Auf der anderen Donauseite geht es auf einem breiten Radweg weiter in Richtung Budapest. Wir erreichen riesige Biergärtenareale am Donauufer. Hier scheinen sich die Bewohner der Stadt von dem Lärm der Großstadt zu erholen. Stark durchgeschwitzt erreichen wir die alte Donaubrücke von Budapest und freuen uns über die Ankunft. Nach wenigen hundert Metern erreichen wir unser Apartmenthaus und geniessen den Luxus einer Klimaanlage. Abends essen wir ein scharfes Curry in einem ruhigen indischen Restaurant abseits der Touristenströme.

75km  
  17.07.2015 Stadtexkursion Budapest    
  18.07.2015 Stadtexkursion Budapest    
 

19.07.2015 Zugtransfer Budapest – Prag


Gegen halb neun verlassen wir unsere Unterkunft und bahnen uns den Weg durch die noch ruhigen sonntäglichen Straßen. Schnell erreichen wir das imposante Bahnhofsgebäude und unser Zug steht schon am Gleis. Nach der Verladung der Räder lassen wir uns in einem recht engen sechs Personenabteil nieder. Wir teilen uns das Abteil mit einer chinesisch abstammenden Kanadierin mit ihrer Tochter, einem britischen Englischlehrer aus dem Oman und einer Ukrainerin. Der Zug ist extrem voll und im Abteil ist es heiß und stickig uns leider lässt sich auch das Fenster nicht öffnen. Trotzdem haben wir sehr nette Gespräche mit unseren Mitreisenden. Gegen 16.30 Uhr fahren wir in Prag ein und bahnen uns unseren Weg durch die Stadt zum Easy Hotel. Für 29€ gibt es ein winziges Zimmer (Kleiderschrankgröße!), dafür eine super bequeme Matratze. Wir entschließen uns nicht in die Innenstadt zu fahren und bleiben in unserem hotelnahen ruhigeren Stadtviertel und essen eine gute Pizza. Ein Filmteam bereitet die Straßen für eine morgige Aktionsszene vor.

   
 

20.07.2015 Prag – Melnek (55km)


Frühstück in einer hippen tschechischen Kaffeebar. Danach geht es auf einem schönen Radweg entlang der Moldau. Der Himmel ist leicht bedeckt und wir freuen uns über die etwas gemäßigten Temperaturen. Nach etwa 10km biegen wir auf eine kleine Schotterpiste ab und diese entpuppt sich kurz danach als anspruchsvoller Wanderweg. Es geht über Wurzeln , Steine etc. Links von uns geht es steil ab zur Moldau und rechts von uns türmen sich schöne Sandsteinformationen auf. In einem einfachen Biergarten machen wir einen kurzen Stop und versuchen verzweifelt den Wespenangriffen zu entkommen. Anschließend verlassen wir den Fluss und es geht durch weite Weizenfelder flott voran. Nach einiger Zeit führt uns der Weg wieder zurück zum Fluss und laut Beschilderung sollen wir hier den Fluss queren. Leider sehen wir keine Brücke nur eine Gaspipeline, die den Fluss überquert. Bei genauerer Betrachtung finden wir jedoch eine einfache Feuertreppe hoch zur Pipeline und schleppen unsere bepackten Räder die steile Treppe hinauf. Vögel nisten in den kaputten Laternen. Dies scheint also tatsächlich eine tschechische Fahrradbrücke zu sein! Auf der anderen Seite führt uns der Radweg weiter entlang des Flusses. Schon einige Kilometer vor der Stadt sehen wir die imposante Kirchenanlage. Steil steigt die Hauptstraße an und klettert über die Schlosseigenen Weinberge empor. Auf dem Rathausplatz genießen wir Kuchen und ein fantastisches Schokoeis. Für 32 € bekommen wir ein Apartment in der Pension 'Tasna'. Das Zimmer bietet einrichtungsmäßig und olfaktorisch eine Zeitreise in die Altheime der 50 und 60er Jahre. Dafür gibt es eine riesige Dachterrasse mit einem weitem Blick über die Elblandschaft. Traumhaft! Die ältere Besitzerin des Hauses sorgt dafür, dass wir uns schnell wohl fühlen. Abends besuchen wir die unheimliche Krypta und lauschen den Ratten in den aufgetürmten Gebeinen. Mich treibt es anschließend noch auf den Kirchturm und es bietet sich ein 360 Grad Panoramablick über die weite Landschaft. Im Anschluss genießen wir eine leckere Gulasch mit Semmelknöddeln in einem schönen Innenhofrestaurant.

55km  
 

21.07.2015 Melnek – Litomerice- Terezin (65km)


Nach dem Frühstück geniessen wir die Abfahrt runter zur Elbe. Es geht weiter auf einem Radweg Flussparallel. Idyllische Ausblicke auf den ruhig fliessenden Strom. Seerosen blühen, strahlender Sonnenschein. In einem Pinienwald überholen wir eine zwanzig Personen starke Radreisegruppe. Einige der älteren Herrschaften scheinen nicht mehr wirklich in der Lage zu sein ihre Ebikes zu kontrollieren. An einem Kiosk am Yachthafen vor Roudnice machen wir einen Getränkespots und blicken auf das imposante Schloss. Nach einem kurzen Besichtigungstop queren wir die Elbe und radeln auf einer Schotterpiste weiter entlang des Flusses. In Litomerice erreichen wir in der Mittagshitze und bewundern die schön renovierten historischen Häuserfassaden am Marktplatz. In der Touristinfo vermittelt uns die Dame ein Zimmer und wir fahren zu der Adresse. Das Haus liegt an einer stark befahrenen Schnellstraße und wir fürchten um unsere Nachtruhe und suchen daher lieber das Weite. Wir entschließen uns doch auf den winzigen und extrem überfüllten Campingplatz zu gehen. Neben einer stark alkoholisierten dänischen Bikertruppe bauen wir unser Zelt auf. Anschließend queren wir die Elbe und radeln nach Theresienstadt und besuchen die Festungsanlage, das Ghetto und das Museum.

65km  
 

22.7.2015 Litomerice – Usti n. Ladem – Decin – Hrensko (65km)


Frühstücksomelett auf dem Campingplatz. Strahlender Sonnenschein und warmes Wetter. Attraktive Strecke entlang des Elbufers. Leuchtendes Grün in der morgendlichen Sonne. Immer wieder kürzere aber steile Steigungen, wo wir Bahndämme queren müssen. Viel Verkehrslärm im engen Elbtal. Getränkestop mit Ausblick auf die imposant liegende Burgruine von Usti. Anschließend weiter immer wieder vorbei an stark heruntergekommenen Industrieanlagen. Siesta am Fluss unter einem schattigen Baum am Flussufer. Mittagsessen in einem großen Terrassenrestaurant in Delcin. Danach queren wir den Fluss und es folgt ein sehr schöner Streckenabschnitt mit wunderbaren Blicken auf die steil aufragenden Hänge der sächsischen Schweiz. Das Flusstal wird hier immer schmaler und die Bebauung nimmt stark ab. Bei Schönau nehmen wir die kleine Fähre und queren erneut den Fluss und bekommen im Hotel Labe ein schönes Zimmer für 42€.

65km  
 

23.07.2015 Hrensko – Wanderung (17 km)- Königstein (30km)


Frühstücksbuffet im Hotel und anschließend folgen wir gemeinsam mit vielen anderen Wandergruppen dem kleinen Strom hoch zum Prebischtor. Es geht steil hinauf durch dichten Nadelwald. Oben klettern wir auf die Aussichtsplattform und genießen die weite Aussicht auf die böhmische Schweiz und die bizarren Sandsteinfelsformationen. Über einen schönen und nicht so stark frequentierten Höhenweg (Gabrielensteig) laufen wir weiter. Linke Hand zeigt sich eine steil auftürmende Felswand, rechte Hand immer wieder, weite Blicke auf die Tafelberge. Nach dem Mittagessen geht es weiter durch die wildromantische enge 'Wilde Klamm'. Viel Moos und Farne sorgen für intensive Grüntöne. Einschiffen auf einem Kahn und der Bootsführer erklärt die unterschiedlichen Felsformationen. Im Anschluss geht es weiter durch die Edmundsklamm. Der Weg führt immer wieder durch kurze Felstunnel. Einschiffen auf dem nächsten Kahn und es geht vorbei an einem Seilangetriebenen Wasserfall. Gegen 15 Uhr erreichen wir unser Hotel und beladen unsere Räder und verlassen Tschechien. In Königstein bleiben wir auf die gut besuchten Campingplatz (viele internationale Radreisende!).

30km  
 

24.07.2015 Königstein - Dresden (40km)


Morgens frühstücken wir vor dem Zelt und schauen auf die imposante Festungsanlage Königsstein. Um 9Uhr verlassen wir den Platz und radeln weiter entlang der Elbe. Schöne Strecke, abschnittsweise geht es durch schattigen Wald, immer wieder Blicke auf die eindrucksvolle Szenerie der sächsischen Schweiz. Um 11.30 Uhr erreichen wir den Außenbezirk Dresdens und nehmen ein kaltes Getränk in einem Biergarten. Um 13Uhr erreichen wir die Altstadt Dresdens und beziehen unser Zimmer direkt gegenüber der Frauenkirche. Touristenmassen schieben sich durch die Gassen. Abend beobachten wir das bunte Treiben in dem Kneipenviertel der Neustadt.

40km  
       
  Heimreise Dresden - Bonn    
  Gesamtstrecke: ca 1680km